Wasser im Keller: was jetzt zu tun ist
Erst die Sicherheit, dann das Wasser, dann der Papierkram. In dieser Reihenfolge vermeidest du die häufigsten Fehler: Stromschlag, Schäden, die die Versicherung nicht mehr nachvollziehen kann, und Schimmel nach zu frühem Zuspachteln.
Stand: 7. November 2026
1. Sicherheit
- Nicht in einen Keller gehen, in dem das Wasser an Steckdosen, Verteilungen oder Geräte reicht.
- Strom für den Keller abschalten, wenn der Sicherungskasten trocken erreichbar ist. Sonst Netzbetreiber oder Feuerwehr rufen.
- Bei Gasgeruch, auslaufendem Heizöl oder steigendem Wasser: raus und 112.
- Abwasser aus Rückstau ist verschmutzt: Handschuhe, Gummistiefel, Hände waschen.
2. Dokumentieren, bevor du aufräumst
Fotografiere und filme den Wasserstand an mehreren Stellen, mit Gegenständen zum Größenvergleich, und die beschädigten Sachen. Notiere Uhrzeit und Ursache, soweit erkennbar: Kam das Wasser aus dem Bodenablauf (Rückstau), über Fenster und Treppe (Oberflächenwasser) oder durch Boden und Wände (Grundwasser)? Das entscheidet, welche Versicherung zuständig ist.
3. Abpumpen
Mit einer Schmutzwasserpumpe an den tiefsten Punkt, Schlauch so weit weg vom Haus, dass das Wasser nicht zurückläuft, und nie ins Nachbargrundstück. Den Rest holt eine Flachsaugpumpe oder ein Nasssauger. Steht draußen noch Wasser höher als drinnen, warte mit dem Abpumpen: Sonst drückt das Wasser von außen gegen die leeren Wände und den Boden.
4. Versicherung melden
Melde den Schaden unverzüglich. Bei Rückstau und Überschwemmung ist das ein Fall für den Elementarbaustein der Wohngebäude- und der Hausratversicherung, ein Rohrbruch dagegen für die Leitungswasserdeckung. Halte Wartungsnachweise der Rückstausicherung bereit. Was die Elementarversicherung zahlt
5. Trocknen
Fenster auf, wenn die Luft draußen trockener ist, Möbel und Teppiche raus, feuchte Dämmung und Gipskarton entfernen. Bei durchnässtem Estrich oder Mauerwerk hilft nur technische Trocknung mit Bautrocknern über Wochen, idealerweise mit Feuchtemessung. Erst streichen oder neue Böden legen, wenn gemessen trocken ist.
6. Damit es nicht wieder passiert
Wenn klar ist, woher das Wasser kam: Rückstausicherung einbauen oder warten lassen, Lichtschächte sichern, Wassermelder aufstellen. Und vor dem nächsten Auftrag nach Förderung fragen.
Häufige Fragen
Wann muss ich den Schaden der Versicherung melden?
Unverzüglich, also ohne schuldhaftes Zögern, so steht es in praktisch allen Bedingungen. Ruf an oder melde online, sobald du sicher bist, und frag, ob ein Gutachter kommt, bevor du beschädigte Sachen entsorgst.
Darf ich beschädigte Möbel sofort wegwerfen?
Erst fotografieren und mit dem Versicherer klären. Verschimmeltes oder mit Abwasser getränktes Material muss oft schnell raus; dann fotografieren, auflisten und kleine Proben oder Etiketten aufheben. Rechnungen und Kaufbelege sammeln.
Wie lange dauert das Trocknen?
Wenige Tage bei Pfützen auf gefliestem Boden, mehrere Wochen, wenn Estrich, Dämmung oder Mauerwerk durchnässt sind. Ein Fachbetrieb misst die Feuchte und trocknet technisch mit Bautrocknern; nach dem Augenschein zu schätzen führt oft zu Schimmel.
Quellen
- Verbraucherzentrale NRW: Starkregen-Überflutung und Rückstau (Stand 14.08.2026)
- BMWSB: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge (Ausgabe 2024, PDF)
- BBSR: Gebäude und Grundstücke vor Starkregen schützen – Leitfaden „Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ (2026)
Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Entwässerungssatzung deiner Gemeinde, die Bedingungen deiner Versicherung, die Förderrichtlinie des Trägers und die Einbauanleitung des Herstellers. Rückstausicherungen und Hebeanlagen gehören in die Hand eines Fachbetriebs.